Captrader ist wie Lynx Broker ein sogenannter Introducing Broker von Interactive Brokers und bietet damit Zugang zu einem der größten internationalen Handelsnetzwerke — allerdings mit einem deutlich anderen Kostenmodell als der direkte Wettbewerber im selben Netzwerk.
Wie hoch sind die jährlichen Kosten bei Captrader?
Captrader erhebt eine jährliche Kontoführungsgebühr von 199 Euro — ein deutlicher Unterschied zum kostenlosen Depot bei Lynx Broker, das im selben Netzwerk operiert. Zusätzlich ist eine Mindesteinzahlung von 2.000 Euro zur Kontoeröffnung erforderlich. Für deutsche Aktien und ETFs beträgt die Ordergebühr zusätzlich 0,10 Prozent des Transaktionsvolumens, mindestens jedoch 4,00 Euro pro Order.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Kontoführungsgebühr | 199 € jährlich |
| Mindesteinzahlung | 2.000 € |
| Ordergebühr deutsche Aktien/ETF | 0,10 % Volumen, min. 4 € |
| US-Aktien | ab 1 Cent pro Aktie |
| Internationale Börsen | über 150 Börsen, 33 Länder |
| Aktien-CFDs | 7.250 Titel handelbar |
| Devisenpaare | rund 100 |
| Am Markt seit | 2011 (Vorbereitung 2009), GmbH seit 2019 |
| Netzwerk | Interactive Brokers |
Warum verlangt Captrader eine Kontoführungsgebühr, Lynx Broker aber nicht?
Beide Broker nutzen dieselbe technische Infrastruktur von Interactive Brokers, gestalten ihre eigenen Geschäftsmodelle als Introducing Broker aber unabhängig voneinander — Captrader hat sich für ein Modell mit fester Jahresgebühr entschieden, das sich für sehr aktive Trader mit hohem Handelsvolumen relativieren kann, für gelegentliche Nutzung aber eine spürbare Fixkostenbelastung darstellt. Wer nur gelegentlich handelt, sollte diese 199 Euro realistisch gegen die eigene erwartete Handelsaktivität abwägen.
Wie ist mein Geld bei Captrader abgesichert?
Auch bei Captrader werden Kundengelder über den Mutterkonzern Interactive Brokers verwahrt — im Insolvenzfall greift der US-amerikanische Anlegerschutz SIPC mit bis zu 500.000 US-Dollar pro Kunde (davon maximal 250.000 US-Dollar für Bareinlagen), ergänzt um eine Versicherungspolice bei Lloyd's of London mit einem Schutz von bis zu 30 Millionen US-Dollar pro Kunde. Dieses mehrstufige Sicherungssystem geht damit deutlich über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung von 100.000 Euro hinaus, die für klassische Bankkonten gilt.
Wann lohnt sich die Captrader-Jahresgebühr überhaupt?
Da Lynx Broker im selben Netzwerk keine Kontoführungsgebühr verlangt, sollte die feste Jahresgebühr von 199 Euro bei Captrader gegen einen konkreten Zusatznutzen abgewogen werden — etwa den mit 33 Ländern deutlich breiteren internationalen Börsenzugang. Wer nur gelegentlich handelt und keinen so breiten internationalen Zugang benötigt, dürfte mit Lynx Broker oder einem anderen kostenlosen Depot günstiger fahren.
Wie umfangreich ist das internationale Angebot bei Captrader?
Mit Zugang zu mehr als 150 Börsen in 33 Ländern gehört Captrader zu den am breitesten international aufgestellten Brokern in diesem gesamten Vergleich. Für Aktien und ETFs stehen 26 Länder zur Verfügung, bei Futures, Rohstoffen und Future-Optionen sogar mehr als 35 Marktzentren weltweit.
Welche Handelsplattformen bietet Captrader neben der TWS an?
Wer sich mit der komplexen Trader Workstation nicht anfreunden möchte, kann alternativ auf den AgenaTrader oder eine Anbindung an NinjaTrader zurückgreifen — zwei weitere professionelle Handelsplattformen mit jeweils eigenem Funktionsumfang. Zusätzlich stehen ein WebTrader, ein Client-Portal und eine mobile App zur Verfügung. Ein kostenloses Demokonto mit üblicherweise 1.000.000 US-Dollar virtuellem Kapital ermöglicht erste Schritte mit der TWS, wobei dort allerdings nicht alle Ordertypen und nicht der Handel mit Investmentfonds verfügbar sind.
Wer steht eigentlich hinter Captrader?
Captrader ist eine Marke der Vermögensverwaltung Heyder Krüger & Kollegen, einem inhabergeführten Finanzdienstleistungsinstitut mit Sitz in Ratingen, das bereits seit 1997 am Markt aktiv ist. Die eigentliche Konto- und Depotführung übernimmt im Hintergrund Interactive Brokers LLC aus den USA — dieselbe technische Infrastruktur, die auch Lynx Broker nutzt.
Sind Echtzeitkurse bei Captrader automatisch enthalten?
Nein — die standardmäßig angezeigten Kursdaten sind meist 10 bis 20 Minuten verzögert. Echte Echtzeit-Kurse müssen für den jeweiligen Markt und die gewünschte Wertpapierart gesondert abonniert werden, wobei Captrader dabei lediglich die von den Börsen selbst verlangten Gebühren an die Kundschaft weitergibt, ohne einen eigenen Aufschlag zu berechnen.
Welche Kontoarten bietet Captrader neben dem klassischen Einzelkonto an?
Zur Auswahl stehen neben dem Einzelkonto auch ein Gemeinschaftskonto, ein Firmenkonto, ein „Family & Friends"-Konto sowie ein spezielles Vermögensverwalter-Konto (Managed Account) für professionelle Vermögensverwalter, die im Namen von Kundinnen und Kunden handeln. Ergänzend lässt sich zwischen einem klassischen Cash-Konto und einem Margin-Konto mit Kreditmöglichkeit wählen.
Wie funktioniert der Handel mit US-Aktien bei Captrader?
US-amerikanische Aktien lassen sich bereits ab einem Cent pro Aktie handeln — ein besonders günstiges Modell für Anlegerinnen und Anleger mit Fokus auf den US-Markt, verglichen mit pauschalen Mindestgebühren, wie sie bei vielen anderen Brokern für Auslandsorders üblich sind.
Jahresgebühr gegen Handelsvolumen abwägen
Der Rechner zeigt, ab welchem Handelsvolumen sich die 199-Euro-Gebühr von Captrader lohnt.
Für Captrader spricht
- Zugang zu über 150 internationalen Börsen in 33 Ländern
- US-Aktien bereits ab 1 Cent pro Aktie handelbar
- 24-Stunden-Support in Deutsch und Englisch
- Breites Angebot an Aktien-CFDs und Devisenpaaren
- Etablierte Marke seit 2019 am Markt (Muttergesellschaft aktiv seit 1997)
Gegen Captrader spricht
- Jährliche Kontoführungsgebühr von 199 Euro, unabhängig von der Handelsaktivität
- Nicht steuereinfach, Eigenverantwortung bei der Steuererklärung nötig
- Zusätzliche Mindesteinzahlung von 2.000 Euro zur Kontoeröffnung erforderlich
- Für gelegentliche Nutzung relativ teuer im Vergleich zu kostenlosen Alternativen
- Kein Sparplanangebot für Einsteigerinnen und Einsteiger
Welche Auszeichnungen hat Captrader zuletzt erhalten?
Captrader wurde vom F.A.Z.-Institut bereits sechs Jahre in Folge als „Deutschlands beste Finanzdienstleister" in der Kategorie Online-Broker ausgezeichnet, in der Leserumfrage von Börse Online belegte der Anbieter den ersten Platz in der Kategorie „Bestes Leistungsangebot" unter den Online-Brokern. Auf der Bewertungsplattform Trustpilot erreicht Captrader mit 4,9 von 5 Sternen aus über 750 Kundenbewertungen einen für die Broker-Branche außergewöhnlich hohen Wert — Kundinnen und Kunden loben dabei besonders den kompetenten, deutschsprachigen Kundenservice mit schnellen Reaktionszeiten.
Der Kundenservice ist von Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 20 Uhr über eine kostenfreie Hotline, E-Mail und ein Kontaktformular erreichbar. In einer separaten Untersuchung von ServiceValue in Kooperation mit Focus Money zur telefonischen Erreichbarkeit über 581 Unternehmen aus 33 Branchen wurde die Kundenhotline von Captrader als besonders fair bewertet.
Wie umfangreich ist das Handelsuniversum bei Captrader tatsächlich?
Insgesamt lassen sich über 1,2 Millionen Wertpapiere an mehr als 150 Börsen in 33 bis 36 Ländern handeln, in 28 verschiedenen Währungen. Aktien und ETFs stehen aus 26 Ländern zur Verfügung, Futures, Rohstoffe und Future-Optionen umfassen mehr als 35 Marktzentren weltweit, und Optionen lassen sich in über 15 Ländern handeln. Konkrete Beispielgebühren: Futures kosten ab 1 Euro pro Kontrakt (etwa beim Mini-DAX-Future), Optionen in Deutschland ab 2 Euro pro Kontrakt und in den USA ab 3,50 US-Dollar pro Kontrakt, und CME-Bitcoin-Futures werden mit 25 Euro pro Kontrakt abgerechnet.
Welche Depotmodelle bietet Captrader neben dem klassischen Einzeldepot an?
Neben dem Einzeldepot stehen bei Captrader auch ein Gemeinschaftsdepot für zwei Privatpersonen, ein Firmendepot für kleinere Unternehmensformen sowie ein sogenanntes Family-&-Friends-Depot zur Verfügung, über das ein Hauptkonto bis zu 15 einzelne Konten aus dem Familien- und Freundeskreis verwalten kann. Diese Bandbreite an Kontomodellen geht damit über das hinaus, was viele reine Neobroker in diesem Vergleich anbieten, richtet sich aber insgesamt weiterhin klar an eine erfahrenere, aktiv handelnde Zielgruppe.
Die geforderte Mindesteinlage von 2.000 Euro beziehungsweise 2.000 US-Dollar für private Einzeldepots lässt sich alternativ auch ganz oder teilweise über einen Depotübertrag von einem anderen Broker erfüllen, statt zwingend als Bareinzahlung erbracht werden zu müssen. Wer sein Depot komplett leerräumt, sollte zudem beachten, dass Captrader dies als Schließungswunsch interpretieren und das Konto nach einer gewissen Zeit automatisch schließen kann. Vor dem Einstieg mit echtem Kapital lässt sich die Handelsumgebung über ein kostenloses Paper-Trading-Konto risikofrei mit simulierten Mitteln testen.
Für wen eignet sich Captrader?
Besonders für international ausgerichtete, aktive Trader mit ausreichend hohem Handelsvolumen, um die jährliche Kontoführungsgebühr zu rechtfertigen. Wer gelegentlich handelt und keine Fixkosten in Kauf nehmen möchte, findet bei Lynx Broker oder DEGIRO die kostengünstigere Alternative.
Häufige Fragen
Gibt es bei Captrader eine Mindesteinzahlung?
Ja, 2.000 Euro sind zur Kontoeröffnung erforderlich — zusätzlich zur jährlichen Kontoführungsgebühr von 199 Euro.
Wie hoch ist die jährliche Kontoführungsgebühr bei Captrader?
199 Euro, unabhängig vom tatsächlichen Handelsvolumen.
Warum ist Captrader teurer als Lynx Broker, obwohl beide dasselbe Netzwerk nutzen?
Beide sind eigenständige Introducing Broker von Interactive Brokers mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen — Captrader mit fester Jahresgebühr, Lynx Broker ohne.
Kann ich bei Captrader US-Aktien günstig handeln?
Ja, ab 1 Cent pro Aktie, was für Vielhandel mit US-Titeln besonders günstig sein kann.