24 Anbieter, drei unterschiedliche Geschäftsmodelle. Diese Übersicht ordnet jeden einzeln verglichenen Anbieter nach Typ ein, bevor Sie in den ausführlichen Einzeltest wechseln.
Neobroker und reine Aktien-/ETF-Broker
Diese acht Anbieter konzentrieren sich auf den reinen Handel mit Aktien, ETFs und verwandten Wertpapieren, meist ohne umfassende klassische Bankprodukte wie ein Girokonto. Die Kostenmodelle unterscheiden sich dabei erheblich: finanzen.net zero und Smartbroker+ setzen auf eine feste Preisgrenze (0 Euro ab 500 Euro Ordervolumen), justTRADE und Tradegate Direct arbeiten mit einer Pauschalgebühr beziehungsweise vollständiger Kostenfreiheit, während DEGIRO international besonders günstige Einzelorderpreise bietet, dafür aber ganz auf ein ETF-Sparplanangebot verzichtet. Scalable Capital wiederum punktet mit einem der größten Sparplanangebote in diesem Vergleich.
CFD- und Forex-Broker
Diese Anbieter handeln primär oder anteilig mit CFDs — Differenzkontrakten ohne echten Eigentumserwerb am Basiswert. Mehr dazu im CFD-Risiko erklärt.
Innerhalb dieser Gruppe zeigen sich deutliche Unterschiede: eToro und XTB bieten neben CFDs auch echte Aktien und ETFs an, sodass Anlegerinnen und Anleger bewusst zwischen beiden Produkttypen wählen können. IG Europe und Alchemy Markets richten sich dagegen fast ausschließlich an CFD-Handel und professionelle Trading-Strategien. Lynx Broker und Captrader schließlich sind über die Interactive-Brokers-Infrastruktur primär auf internationale Aktien, Optionen und Futures für erfahrene Anlegerinnen und Anleger zugeschnitten, CFDs spielen dort eine untergeordnete Rolle.
Banken mit Depot-Nebengeschäft
Diese acht Filialbanken bieten das Wertpapierdepot als Ergänzung zu klassischen Bankprodukten wie Girokonto, Kreditkarte und Baufinanzierung an. Der Vorteil liegt in der persönlichen Beratung vor Ort und der Bündelung aller Bankgeschäfte bei einem einzigen Institut — der Preis dafür sind in der Regel höhere Ordergebühren als bei spezialisierten Neobrokern. Innerhalb dieser Gruppe zeigen sich zudem interessante Konzernzusammenhänge: comdirect gehört zur Commerzbank, Postbank und maxblue (Deutsche Bank) gehören demselben Konzern, und auch die Konditionen innerhalb eines Konzerns können sich spürbar unterscheiden.
Spezialisierter Fonds-/ETF-Anbieter
Fidelity nimmt in diesem Vergleich eine Sonderstellung ein: Das über die FIL Fondsbank GmbH geführte FondsdepotPlus beschränkt sich bewusst auf Fonds und ETFs — ein Handel mit Einzelaktien oder Kryptowerten ist hier nicht möglich. Dafür profitieren Anlegerinnen und Anleger von einem besonders umfangreichen Fondsangebot mit Rabatten auf Ausgabeaufschläge, sowie von speziellen Funktionen wie einem Auszahlplan für die Entnahmephase im Ruhestand.
Wie haben wir die Anbieter eingeordnet?
Die Zuordnung richtet sich nach dem Kernangebot des jeweiligen Anbieters: Neobroker vermitteln primär den Kauf echter Aktien und ETFs mit Fokus auf niedrige Kosten. CFD-/Forex- Broker bieten überwiegend oder ausschließlich Differenzkontrakte. Banken führen das Depot als Nebengeschäft zum klassischen Bankgeschäft. Diese Kategorien überschneiden sich teilweise — eToro etwa bietet sowohl echte Aktien als auch CFDs an.
Wie unterscheiden sich die Kosten zwischen den drei Anbietertypen konkret?
Ein direkter Vergleich macht die Unterschiede greifbar: Bei einer typischen Einzelorder über 1.000 Euro zahlen Kundinnen und Kunden bei den günstigsten Neobrokern wie DEGIRO oder Tradegate Direct oft nur 1 Euro oder gar keine Gebühr, während bei klassischen Filialbanken wie der Commerzbank oder Targobank für dieselbe Order schnell 10 Euro oder mehr fällig werden. Bei CFD-Brokern wie IG Europe oder Alchemy Markets entfällt zwar häufig eine klassische Ordergebühr, dafür verdient der Anbieter am Spread — der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs —, was die tatsächlichen Kosten weniger transparent macht als bei einer festen Ordergebühr.
Bei den Sparplänen zeigt sich ein ähnliches Bild: Neobroker wie Scalable Capital oder finanzen.net zero bieten oft mehrere tausend kostenlos besparbare ETFs an, während Filialbanken diese Kostenfreiheit meist nur für eine begrenzte Auswahl von einigen hundert Fonds gewähren. CFD-Broker bieten in aller Regel überhaupt keine klassischen ETF-Sparpläne an, da ihr Geschäftsmodell auf kurzfristigeren, gehebelten Positionen ausgerichtet ist.
Welche Rolle spielt das PFOF-Verbot für die Anbieterwahl 2026?
Seit dem 1. Juli 2026 dürfen Broker in der EU keine Zahlungen mehr für die gezielte Weiterleitung von Kundenorders an bestimmte Handelspartner erhalten (Payment for Order Flow). Da sich mehrere Neobroker in diesem Vergleich bislang teilweise über dieses Modell finanziert haben, lohnt sich ein Blick darauf, wie transparent der jeweilige Anbieter mit der Umstellung umgeht. Während Anbieter wie flatex und Scalable Capital frühzeitig auf alternative Erlösmodelle wie den Eigenhandel als systematischer Internalisierer umgestellt haben, hat justTRADE nach eigener Aussage noch keinen konkreten Nachfolgeplan kommuniziert — ein Umstand, der sich auf die künftige Gebührenstruktur auswirken könnte.
Welche Anbieter sind steuereinfach, und was bedeutet das konkret?
Als „steuereinfach" gilt ein Broker, wenn er die deutsche Abgeltungssteuer automatisch berechnet und ans Finanzamt abführt — Sie müssen sich dann um nichts weiter kümmern. Bei allen acht Filialbanken sowie bei den meisten Neobrokern in diesem Vergleich ist das der Fall, da sie über eine deutsche Banklizenz verfügen. Anders sieht es bei international ausgerichteten Anbietern aus: DEGIRO, Lynx Broker, Captrader und XTB führen die Steuer nicht automatisch ab, sodass Kapitalerträge eigenständig über die Anlage KAP in der Steuererklärung angegeben werden müssen. Für gelegentliche Anlegerinnen und Anleger mag das ein überschaubarer Zusatzaufwand sein — wer regelmäßig handelt und viele einzelne Transaktionen tätigt, sollte diesen Mehraufwand realistisch einplanen, bevor er sich für einen dieser Anbieter entscheidet.
Wie unterscheidet sich die Handelsplatzvielfalt zwischen den 24 Anbietern?
Wer ausschließlich deutsche Standardwerte wie DAX-Aktien oder gängige ETFs handeln möchte, findet bei praktisch jedem der 24 Anbieter ein ausreichendes Angebot. Anders sieht es aus, sobald internationale Nischenwerte oder Auslandsbörsen jenseits der üblichen US-Standardplätze gefragt sind: Hier bieten insbesondere Lynx Broker, Captrader und DEGIRO mit teils über 100 bis 150 Handelsplätzen weltweit die größte Auswahl, während reine Sparplan-Neobroker wie finanzen.net zero sich bewusst auf einen einzigen Handelsplatz (meist gettex) beschränken, um die Kostenstruktur einfach zu halten.
Worauf sollten Sie beim Blick durch alle 24 Einzeltests achten?
Bevor Sie sich für einen der 24 Anbieter entscheiden, lohnt sich ein Blick auf einige wiederkehrende Kriterien, die in jedem Einzeltest gesondert behandelt werden. Erstens: die steuerliche Behandlung. Nicht jeder Broker führt die deutsche Abgeltungssteuer automatisch ab — bei DEGIRO, Lynx Broker, Captrader und XTB müssen Kapitalerträge eigenständig über die Anlage KAP versteuert werden. Zweitens: die Verfügbarkeit besonderer Depotarten. Wer für Kinder vorsorgen, gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner investieren oder ein Firmendepot führen möchte, sollte gezielt im jeweiligen Einzeltest nachschauen, da sich das Angebot hier zwischen den 24 Anbietern erheblich unterscheidet.
Drittens lohnt sich ein Blick auf befristete Neukundenaktionen, die viele Anbieter regelmäßig anpassen — ein aktuell attraktives Angebot kann nach Ablauf der Aktionsfrist deutlich weniger konkurrenzfähig sein. Und viertens sollten Anlegerinnen und Anleger, die größere Cash-Beträge auf dem Verrechnungskonto halten, die jeweiligen Verwahrentgelt-Schwellen im Blick behalten, die bei mehreren der hier verglichenen Banken ab bestimmten Guthabengrenzen greifen können.
Wie wichtig sind Kundenservice und App-Qualität bei der Anbieterwahl?
Neben Kosten und Produktangebot lohnt sich auch ein Blick auf weichere Faktoren wie Kundenservice-Erreichbarkeit und App-Bewertungen, die sich zwischen den 24 Anbietern teilweise deutlich unterscheiden. Während etablierte Filialbanken meist telefonischen Support während der üblichen Geschäftszeiten sowie teils persönliche Beratung in der Filiale bieten, variiert die Erreichbarkeit bei jüngeren Neobrokern stärker — einige setzen ausschließlich auf E-Mail-Support, andere bieten Live-Chat oder eine telefonische Hotline an. In unseren Einzeltests weisen wir auf besonders auffällige Muster in unabhängigen Kundenbewertungen hin, etwa wenn wiederholt über Verzögerungen bei Auszahlungen oder Schwierigkeiten bei der Kontoeröffnung berichtet wird — Informationen, die bei der reinen Betrachtung der Gebührenstruktur leicht übersehen werden.
Ergänzend zu dieser Übersicht: unsere thematischen Ratgeber
Diese Anbieterübersicht ordnet die 24 Broker und Banken nach Geschäftsmodell ein — für tiefergehende Fragen zu einzelnen Themen wie Steuern, Einlagensicherung oder dem Ablauf eines Depotwechsels lohnt sich zusätzlich ein Blick in unsere sieben thematischen Ratgeber. Dort finden Sie unter anderem eine detaillierte Erklärung der Vorabpauschale-Berechnung bei thesaurierenden ETFs sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur ersten Depoteröffnung.
Sollten Sie mehrere Depots bei unterschiedlichen Anbietern führen?
Viele erfahrene Anlegerinnen und Anleger nutzen bewusst mehr als ein Depot — etwa einen besonders günstigen Neobroker für den regelmäßigen ETF-Sparplan und zusätzlich einen international breiter aufgestellten Broker wie DEGIRO oder Lynx Broker für gezielte Einzelkäufe an Auslandsbörsen. Ein wichtiger praktischer Hinweis dabei: Der jährliche Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung) lässt sich über einen Freistellungsauftrag zwar auf mehrere Depots aufteilen, muss aber insgesamt die gesetzliche Höchstgrenze einhalten — wer bei mehreren Anbietern mit derselben depotführenden Bank im Hintergrund (etwa der Baader Bank) ein Konto führt, sollte zudem prüfen, ob der Freistellungsauftrag dort nur einmal gültig ist.